Der Misserfolg der Medientheorie, die geglaubt hat, mit der Exegese von ein paar Aufsätzen Walter Benjamins und der Wiederholung einiger ungedeckter Thesen Michel Foucaults schon etwas Tragfähiges zu den gegenwärtigen medialen Transformationen zu sagen, hat etwa auf der Seite der Geisteswissenschaften dazu beigetragen, dass ihr zu ihren eigenen realen Arbeitsumwelten nicht viel einfällt. Die Verlage haben zu lange darauf gesetzt, die bestehenden Publikationswege als die allein sinnvollen zu verteidigen. Die Wissenschaftsorganisationen neigen dazu, die Unterschiede der Fächerkulturen einzuebnen. Wir alle werden dabei von Google und Co. überholt. Andere Prozesse wie die weltweite Konkurrenz der Wissenschaftsstandorte oder die Metrisierung der Wissenschaften beschleunigen diesen Prozess. Wir stehen hier am Anfang einer Entwicklung, die keiner von uns überblicken kann.

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