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	<title>Cornelius Puschmann&#039;s Blog &#187; auf Deutsch</title>
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	<description>My new blog on Linguistics, Digital Humanities and Scholarly Communication on the Internet</description>
	<lastBuildDate>Wed, 18 Jan 2012 17:54:42 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Studie &#8220;Aspekte privater Twitter-Kommunikation&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 14:54:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cornelius</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Deutsch]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Twitter-Nutzerin, Lieber Twitter-Nutzer, Ich bin Sprachwissenschaftler an der Universität Düsseldorf und beschäftige mich schwerpunktmäßig mit Internetkommunikation. Als Teil der Studie &#8220;Aspekte privater Twitter-Kommunikation&#8221; möchte die Nutzungsgewohnheiten von deutschsprachigen Twitter-Nutzern untersuchen, die Twitter nicht ausschließlich beruflich einsetzen (im Gegensatz zu z.B. Journalisten, Wissenschaftlern, Politikern, und anderen Menschen in Kommunikationsberufen). Zu diesem Zweck würde ich gerne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Twitter-Nutzerin,<br />
Lieber Twitter-Nutzer,</p>
<p>Ich bin Sprachwissenschaftler an der Universität Düsseldorf und beschäftige mich schwerpunktmäßig mit Internetkommunikation. Als Teil der Studie &#8220;Aspekte privater Twitter-Kommunikation&#8221; möchte die Nutzungsgewohnheiten von deutschsprachigen Twitter-Nutzern untersuchen, die Twitter nicht ausschließlich beruflich einsetzen (im Gegensatz zu z.B. Journalisten, Wissenschaftlern, Politikern, und anderen Menschen in Kommunikationsberufen). Zu diesem Zweck würde ich gerne deine öffentlichen Tweets einen Monat lang aufzeichnen und auswerten. Anschließend würde ich dir gerne per Mail einige Fragen (nicht mehr als 10) zu deiner Twitter-Nutzung stellen. </p>
<p>Es werden ausschließlich öffentliche Tweets (also keine DMs) aufgezeichnet. Sämtliche Daten werden anonymisiert (d.h. Namen &#8212; auch Twitter-Nicknames &#8212; entfernt) und nicht an Dritte weitergegeben. Einzelne Tweets können über das Hashtag #exclude jeder Zeit aus der Aufzeichnung ausgeschlossen werden. Am Ende des Untersuchungszeitraum schicke ich dir bei Interesse gerne ein Archiv deiner aufgezeichneten Tweets zu.</p>
<p>Neben deinem Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung winkt auch eine (kleine) Aufwandsentschädigung: ich verlose am Ende des Untersuchungszeitraum unter den Teilnehmern einen Amazon-Gutschein im Wert von 50 Euro. <img src='http://blog.ynada.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Wenn du zu einer Teilnahme bereit bist, schicke bitte eine kurze Mail an <a href="mailto:Cornelius.Puschmann@uni-duesseldorf.de">Cornelius.Puschmann@uni-duesseldorf.de</a></strong> (Edit: natürlich kannst du dich auch <a href="http://twitter.com/coffee001">per Twitter</a> melden). Falls du nicht teilnehmen möchtest, musst du nichts weiter tun. Fragen zur Studie beantworte ich gerne per Mail.</p>
<p>Schon jetzt vielen Dank für dein Interesse und deine Unterstützung!</p>
<p><a href="http://ynada.com/">Dr. Cornelius Puschmann</a><br />
<a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/">Nachwuchsforschergruppe &#8220;Wissenschaft und Internet&#8221;</a><br />
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf</p>
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		<title>Verhandeltes Wissen: Gedanken zur gesellschaftlichen Aufgabe der Wikipedia</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 12:42:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cornelius</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[knowledge sharing]]></category>
		<category><![CDATA[wikipedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Post geistert schon seit mehreren Monaten als Entwurf in meinem Blog herum, aber irgendwie komme ich erst jetzt dazu, ihn abzuschließen. Ich tue das im Vorfeld zu der Veranstaltung Participatory knowledge production 2.0: Critical views and experiences des Virtual Knowledge Studio Maastricht. Dort wird am Mittwoch unter anderem René König einen Beitrag zur Wikipedia [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Post geistert schon seit mehreren Monaten als Entwurf in meinem Blog herum, aber irgendwie komme ich erst jetzt dazu, ihn abzuschließen. Ich tue das im Vorfeld zu der Veranstaltung <a href="http://www.fdcw.org/maastrichtvks/2011/02/maastricht-vks-workshop-partic.html">Participatory knowledge production 2.0: Critical views and experiences</a> des <a href="http://www.fdcw.org/maastrichtvks/">Virtual Knowledge Studio Maastricht</a>. Dort wird am Mittwoch unter anderem <a href="http://renekoenig.eu/">René König</a> einen Beitrag zur Wikipedia vorstellen, der diesen Post mit angeregt hat.</p>
<p>Initialzündung war allerdings ein noch früheres Ereignis. Vergangenen November habe ich bei der <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Wikipedia:Academy_2010">Wikipedia Academy in Frankfurt</a> einen Vortrag über Wikipedia, <a href="http://creativecommons.org/">Creative Commons</a> und <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Open_access_%28publishing%29">Open Access</a> gehalten (<a href="http://www.slideshare.net/coffee001/creative-commons-open-access-und-wissenschaft">Slides</a>). Es hat besonders Dank der Fragen und Gespräche im Anschluss an die Präsentation viel Spaß gemacht, an der &#8220;Schnittstelle von Wissenschaft und Öffentlichkeit&#8221; (so mein Vortragstitel) zu präsentieren. Ich habe auch das Problem zu spüren bekommen, dass ein Nischenthema wie Open Access zunächst einmal mit Leben und Relevanz gefüllt werden muss, um ausserhalb eines kleinen Expertenkreises anzukommen. Die anwesenden Wikipedianer waren sehr interessiert und so entstand trotz des engen Zeitplans ein angeregtes Gespräch. Eine schöne Zusammenfassung liefert einmal mehr <a href="http://www.annalenaschiller.com/">Anna Lena Schiller</a>:</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/frauleinschiller/5220046477/" title="Mehr Offenheit, bitte! by Fräulein Schiller, on Flickr"><img src="http://farm6.static.flickr.com/5082/5220046477_cb4d510859.jpg" width="500" height="426" alt="Mehr Offenheit, bitte!" align="center" /></a>
<div align="center"><i>Visual Sensemap</i> zum Vortrag.</div>
<p />
<p>Im Anschluss an die Präsentationen ging es in die Alte Aula der Universität Frankfurt zur Verleihung der <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Wikipedia:Zedler-Medaille">Zedler-Medaille</a>. Nach einer kurzen Ansprache durch <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Benutzer:Pavel_Richter_%28WMDE%29">Pavel Richter</a> wurde dann die von <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Volker_Panzer">Volker Panzer</a> moderierte Podiumsdiskussion zum Thema &#8220;Was ist Wissen?&#8221; eröffnet. Die Teilnehmer waren <a href="http://www.geschichte.uni-frankfurt.de/ma/mitarbeiter/fried/index.html">Prof. Dr. Johannes Fried</a>, <a href="http://www.soziologie.uni-mainz.de/FB02/Hradil/128.php">Prof. Dr. Stefan Hradil</a>, <a href="http://www.ekt.tu-darmstadt.de/ekt/mitarbeiter_7/janickajohannes.de.jsp">Prof. Dr.-Ing. Johannes Janicka</a> und <a href="http://www.holtzbrinck.com/artikel/778963&#038;s=de">Dr. Carsten Könneker</a>. Leider konnte ich das Gespräch nicht vollständig anhören, da ich der Zug nach Düsseldorf erwischen musste, aber die Diskussion setzte bei mir einen Gedankengang in Bewegung, den ich hier ausführen möchte.</p>
<p>Die zentrale Frage der Podiumsdiskussion lautete &#8220;Was ist Wissen?&#8221; Für eine Wikipedia-Veranstaltung erschien mir das eine hervorragende Frage zu sein &#8212; und auch eine, zu der bestimmt der eine oder andere Wikipedianer etwas zu sagen haben würde. Nachdem Volker Panzer die Teilnehmer vorgestellt hatte, wurde aber eine etwas seltsame Diskrepanz deutlich, die sich auch auf die Diskussion spürbar auswirkte: die Runde bestand auschließlich aus Männern, von Carsten Könnecker, dem Chefredakteur von <a href="http://www.spektrum.de/">Spektrum der Wissenschaft</a>, abgesehen ausschließlich aus erfahrenen (und auch älteren) Professoren. Man begann das Gespräch mit relativ allgemeinen Fragen zu den Eigenschaften von Wissen, z.B. zum Verhältnis von Wissen und Information, zu Sprache und Wissen und anderen Fragestellungen, mit denen sich mit Sicherheit viele Menschen schon einmal auseinandersetzt haben, wenn auch vielleicht nicht im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Eine Aussage führte zu einer geraunten Beschwerde meinerseits. Ein Teilnehmer argumentierte für eine sehr enge Verknüpfung von Sprache mit Schrift und nannte das geschriebene Wort den  &#8220;Wissensspeicher der Menschheit&#8221; oder so ähnlich (ich paraphrasiere). Die Gleichsetzung von Schrift und Sprache ist so ein Klassiker, mit dem man jeden Linguisten sofort auf die Palme treibt, weil sie hochgradig problematisch ist und dennoch gerne von umfassend gebildeten Menschen postuliert wird. Über <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Origin_of_language">Sprache</a> im Sinne einer mentalen mentale Fähigkeit und in gesprochener Form verfügt der Mensch bereits wesentlich länger als über  Schrift. Der Großteil aller Sprachen weltweit existiert nur in gesprochener Form, was diese Sprachen nicht weniger komplex, ausdruckstark, bedeutungstragend oder schützenswert macht als die, die auch geschrieben werden. Gesproche Sprache ist primär (wir lernen zu sprechen, lange bevor wir schreiben lernen) und selbst wenn die Schrift in unserem Alltagsleben einen immensen Stellenwert hat, so ist doch gesprochene Sprache für grundlegende soziale Interaktionen unverzichtbar. Soziale Beziehungen pflegen Menschen schon ziemlich lange, Schrift ist erst durch einigermaßen komplexe Staats- und Wirtschaftssysteme unverzichtbar geworden. Zu argumentieren, Schrift sei gleichbedeutend mit Wissen, oder gar seine Voraussetzung, verkennt die kulturellen Leistungen früherer und existierender Zivilisationen. Das mindert nicht die Nützlichkeit von Schrift für die Weitergabe und vor allem für die <em>Vereinheitlichung</em> von Wissen, aber das ist eine andere Sache.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/nationaalarchief/4796120646/" title="Hiëroglyfen kopiëren / Copying Egyptian hieroglyphs by Nationaal Archief, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4143/4796120646_4cc6faf5e8.jpg" width="349" height="500" alt="Hiëroglyfen kopiëren / Copying Egyptian hieroglyphs" align="center"/></a>
<div align="center">Wissen gibt&#8217;s auch ohne Schrift, nur nicht so haltbar.</div>
<p />
<p>Ich will hier aber nicht Haare über fachliche Spitzfindigkeiten spalten, sondern skizzieren, wie der Begriff <em>Wissen</em> von den Diskussionsteilnehmern interpretiert wurde. Immerhin unterhielt sich da ein Panel aus Gelehrten, von denen nach meinem Eindruck keiner jemals die Wikipedia selbst editiert hat, bei der Wikipedia Academy über die Frage, was Wissen sei. Man kann diese Frage kulturgeschichtlich, kognitionspsychologisch oder hermeneutisch beantworten und sich auf diesem Wege auch trefflich unterhalten. Was aber die öffentliche Verhandlung von Wissen in seinem ganz alltäglichen und aktuellen gesellschaftlichen Kontext bedeutet, erklärt man damit nicht. Und genau das wäre im Kontext einer Wikipedia-Veranstaltung in meinen Augen eine große Chance gewesen. Ein Gespräch nicht darüber was Wissen <em>ist</em>, sondern wer Wissen <em>macht</em> und wie.</p>
<p>Aber zunächst noch etwas zurück zu der professoralen Runde. Er herrschte eine gewisse Internetskepsis vor, die man aus anderen Konstellationen ähnlicher Prägung schon kennt, und die angesichts der Art der Veranstaltung insofern etwas seltsam erschien, als dass <em>über</em> die Wikipedia aber nicht <em>mit</em> der Wikipedia &#8212; also Wikipedianern &#8212; gesprochen wurde. Auch andere von den Diskutanten geäußerte Sorgen hat man in ähnlicher Form schon an anderer Stelle gehört. Beispielsweise wurde die Gefahr der Informationsüberflutung angesprochen, die durch freies Wissen im Internet noch verschärft würde. Die Meinung in der Runde waren zwar differenziert und keine stumpfe &#8220;Anti-Internet&#8221;-Perspektive, es wurde aber das Unbehagen gegenüber vielen &#8220;falschen&#8221; und &#8220;irrelevanten&#8221; Informationen im Netz deutlich, die Vertreter dieser Generation ja auch im Feuilleton <a href="http://www.welt.de/kultur/article5272862/Das-Internet-macht-unser-Hirn-kaputt.html">gerne und oft artikuliert</a>. </p>
<p>Spannend fand ich dabei die Selbsverständlichkeit, mit der eine klare Trennung von richtig und falsch einerseits und relevant und irrelevant andererseits vollzogen wurdee. Man sieht an manchen Formulierungen die Perspektive einer Machtelite (was stimmt entscheiden wir) und andererseits grüßt auch das Papierzeitalter: es sollte bitteschön nur das verbreitet werden, was stimmt und relevant ist &#8212; beides Aspekte, die längt nicht immer objektiv bewertbar sind. Ich will Fakten keinesfalls als etwas beliebiges darzustellen, oder behaupten, so etwas wie richtig und falsch gäbe es nicht. Natürlich enthält wie jede anderen Informationsquelle auch die Wikipedia Fehler. Aber (und warum muss man das eigentlich noch feststellen?) das gilt für <a href="http://www.chip.de/bildergalerie/Wikipedia-enthuellt-Fehler-in-der-Encyclop_dia-Britannica-Galerie_28150394.html">andere Quellen natürlich auch</a>. Und Wikipedia enthält auch Vieles, worauf die binäre Unterscheidung in relevant und irrelevant überhaupt nicht mehr anwendbar ist, es sei denn man fragt: Wahr für wen? Relevant für wen? </p>
<p>Denken wir uns mal einen Augenblick lang einen Wikipedianer dazu, vielleicht obendrein &#8212; sind wir mal irrwitzig kreativ &#8212; eine Frau unter 40 mit Migrationshintergrund, um die professorale Runde etwas aufzumischen. Was hätte sie zur Frage &#8220;Was ist Wissen?&#8221; wohl gesagt? Ich kann nur spekulieren, aber ich würde wetten, dass sie die Frage vermutlicher pragmatischer und konkreter hätte beantworten können, als die Wissenschaftler der Diskussionsrunde. Sie hätte sagen können, dass die Wissensfindung in einem Wikipedia-Artikel ein unordentlicher, langwieriger, und mühseliger Prozess ist, bei dem diskutiert, ediert, gelöscht und gestritten wird und der niemals wirklich abgeschlossen ist. Und das natürlich das Falsche stehenbleibt und das Richtige gelöscht wird, ganz wie in Schulbüchern, Tageszeitungen und wissenschaftlichen Publikationen eben auch, nur dass es dort niemand mitbekommt. Bei Wikipedia mitzumachen ist sicherlich inzwischen sehr viel schwieriger, als dies noch in der Gründungsphase der Fall war. Auch bei Wikipedia haben Akteuere unterschiedlich viel Macht, auch dort gibt es Agendas. Aber es partizipieren in Wikipedia doch wesentlich mehr Menschen, als dies bei einer traditionellen Enzyklopädie der Fall ist. Und das verändert eben nicht nur die Menge, den Detailgrad oder die Zugänglichkeit der Informationen, sondern auch die erweiterte Funktion einer solchen Plattform &#8212; vom Wissensprodukt zum Wissensprozess. Dieser Prozess führt nicht automatisch zum besten Ergebnis &#8212; das muss es aber auch gar nicht. Er bindet Menschen ein und vermittelt ihnen, Teil eines Schaffensprozesses zu sein, und nicht nur passive Wissensempfänger. Schaut man sich institutionelle Wissensumgebungen wie Schule und Uni an, so wird schnell klar, dass es dort anders zugeht. </p>
<p>Das Internet fordert unter anderem deshalb gesellschaftliche Eliten heraus, weil es alternative Zugänge zu und Teilnahme an Wissen ermöglicht. Im Falle der Wikipedia sind es (unter anderem) Schule und Wissenschaft, die herausgefordert werden. Dabei geht es weniger darum, dass die bestehenden System ersetzt würden, als vielmehr um vergrößerte Transparenz und Partizipationsmöglichkeiten durch neue, bislang nicht in den Wissensverhandlungsprozess eingebundene Akteuere. Die Wikipedia ist nicht perfekt, aber das muss sie auch nicht sein. Es genügt völlig, dass sie uns die Komplexität der Wissenskodifizierung vor Augen führt, und dass sie die Barrieren zur Teilnahme an dieser Kodifizierung im Vergleich zum Buchzeitalter merklich reduziert hat. Die Wikipedia ist nicht bedeutsam als ewiger Wissensspeicher, in dem ordentlich sortierte Fakten abgelegt werden. Vielmehr ist sie ein Marktplatz, auf dem Wissen verhandelt wird, und dieser Prozess ist vielleicht wichtiger als sein Endprodukt, auch wenn er zweifellos mitunter ziemlich mühselig ist.</p>
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		<item>
		<title>„Öffentlichkeit, Medien und Politik – Intellektuelle Debatten und Wissenschaft im Zeitalter digitaler Kommunikation“: Gedanken zu Tag 2</title>
		<link>http://blog.ynada.com/570</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 12:48:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cornelius</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anmerkung: bei Facebook gibt es eine schöne Fotostrecke zur Veranstaltung. In meinem vorherigen Post habe ich Gedanken zum Auftakt von &#8220;Öffentlichkeit, Medien und Politik..&#8221; festgehalten, heute geht es entsprechend weiter. Nachdem am ersten Tag der Veranstaltung die Rolle des Intellektuellen im Mittelpunkt stand, wurde am zweiten Tag unter anderem über die Veränderung der Wissenschaft durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anmerkung: <a href="http://www.facebook.com/album.php?aid=272784&#038;id=182237177030&#038;fbid=496355357030">bei Facebook</a> gibt es eine schöne Fotostrecke zur Veranstaltung.</p>
<p>In meinem <a href="http://blog.ynada.com/452">vorherigen Post</a> habe ich Gedanken zum Auftakt von <a href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=15578">&#8220;Öffentlichkeit, Medien und Politik..&#8221;</a> festgehalten, heute geht es entsprechend weiter. Nachdem am ersten Tag der Veranstaltung die Rolle des Intellektuellen im Mittelpunkt stand, wurde am zweiten Tag unter anderem über die Veränderung der Wissenschaft durch das Internet diskutiert. Ich beziehe mich hier auf die (Pseudo-)Delphi-Runde am Nachmittag, in der wir dieser Frage nachgegangen sind, liefere aber erst noch eine relativ kurze Aufzählung der Beiträge aus den drei Sessions zuvor. Björn Brembs hat zu diesen Beiträgen sehr schöne Zusammenfassungen mitgebloggt, die ich hier nochmals <a href="http://blog.ynada.com/483">verlinke</a>.</p>
<p>In <em>Autorschaft und kollaboratives Publizieren: Wissenschaft und &#8216;Werk&#8217; im digitalen Zeitalter</em>, moderiert von Friedrich Jaeger, stellten Gerhard Lauer (<a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n709.html">1</a>) und Daniela Pscheida (<a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n710.html">2</a>) die Frage nach Schöpfer und Schöpfung im wissenschaftlichen Zusammenhang. Bei beiden wurde dabei deutlich, dass beide Begriffe in der Zukunft ihre Bedeutung noch wesentlich verändern werden, und dass unsere aktuellen institutionellen Rahmenbedingungen dies nur bedingt unterstützen. Datenveröffentlichungen (Korpora und deren Annotation) und kollaborative Publikationsformen (Wikis) passen im Moment noch nur bedingt in das anerkannte Schema wissenschaftlicher Werke &#8212; jedenfalls, wenn es um Berufungskomissionen geht. </p>
<p>Weiter ging es anschließend mit <em>Qualitätsstandards und institutionelle Kontexte digitaler Wissenschaftskommunikation</em>, von mir moderiert, wo wir einen Schwenk in Richtung Bibliotheksarbeit, Publikationskosten und Qualitätsstandards/Qualitätsbewertung vollzogen. Die Präsentationen von Gregor Horstkemper (<a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n711.html">3</a>) und Jochen Johansen konzentrierten sich auf die ersten beiden Aspekte, der Beitrag von Martin Warnke (<a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n712.html">4</a>) dann auf den dritten. Für Leute aus dem Bibliotheksbereich enthielten die Talks von Horstkemper und Johansen relativ viel Bekanntes, aber für das überwiegend nicht-bibliothekarische  Publikum waren sie meines Erachtens sehr wichtig. Man sollte bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor Wissenschaftlern über Bibliotheksservices und die horrenden Kosten wissenschaftlicher Toll Access-Publikationen reden, und auf keinen Fall annehmen, dass diese Informationen inzwischen jeder kennt. Wissenschaftler, die besser informiert sind, treffen bessere Entscheidungen mit Blick auf diese Punkte. Der Beitrag von Martin Warnke war vor allem durch sein Fazit spannend: der Long Tail der Forschung sei wichtig, meinte Warnke, also nicht nur die exponiertesten und ökonomisch &#8220;sinnvollen&#8221; Disziplinen, Themenfelder und Werke. </p>
<p>Die dritte Session <em>Öffentlichkeit und Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter: Mythen und Realitäten</em>, moderiert von Mareike König, lenkte schließlich unsere Aufmerksamkeit auf das Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit.<br />
Steffen Albrecht sprach über <i>Onlinediskurse als Reflexionsspiele. Veränderungen öffentlicher Kommunikation durch die neuen Medien</i>,<br />
Torsten Reimer (<a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n713.html">5</a>) über die Arbeit von JISC unter dem Titel <i>Forschung im galaktischen Zoo. Neue Medien, neue Wissenschaftskommunikation, neue Wissenschaft?</i>, und schließlich Rainer Winter (<a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n714.html">6</a>) über <i>Das Internet und die Konstitution einer transnationalen Öffentlichkeit</i>. Der Beitrag von Torsten Reimer war insofern für mich der spannendste, als die von ihm beschriebenen <em>citizen science</em>-Projekte (allen voran <a href="http://www.galaxyzoo.org/">Galaxy Zoo</a>) in meinen Augen den Weg der Wissenschaft im 21. Jahrhundert vorzeichnen. Dieser Aspekt ist sicherlich einen eigenen Post wert, aber Partizipation ist vor allem deshalb so interessant, weil sich dadurch nicht nur bestimmte wissenschaftliche Probleme crowdsourcen lassen, sondern auch, weil so eine breite Unterstützung für Wissenschaft hergestellt werden kann. Wie Reimer es so schön sagte: an einem Projekt zu kürzen, bei dem 10.000 Steuerzahler partizipieren, fällt schwer. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie partizipative Konzepte beispielsweise in virtuelle Forschungsumgebungen integriert werden können. Gerade in den Geisteswissenschaften kann immens viel dadurch erreicht werden, dass interessierte Laien aktiv in Forschungsprozesse eingebunden werden. Dass sich aus einer Zusammenarbeit zwischen Laien und Experten auf Augenhöhe auch Konflikte ergeben können, sollte dabei ebenfalls klar sein.</p>
<div id="attachment_597" class="wp-caption aligncenter" style="width: 730px"><a href="http://blog.ynada.com/wp-content/uploads/2011/02/168323_496546252030_182237177030_6579460_7835586_n.jpg"><img src="http://blog.ynada.com/wp-content/uploads/2011/02/168323_496546252030_182237177030_6579460_7835586_n.jpg" alt="" title="Von links nach rechts: Claus Leggewie, Felix Lohmeyer, Jens Klump, Stephan Humer, Sonja Palfner, Jan Schmidt, Manfred Thaller, Patrick Sahle, Jan Schmirmund, Cornelius Puschmann und Björn Brembs. Copyright: KWI / Foto: Georg Lukas" width="720" height="479" class="size-full wp-image-597" /></a><p class="wp-caption-text">Von links nach rechts: Claus Leggewie, Felix Lohmeyer, Jens Klump, Stephan Humer, Sonja Palfner, Jan Schmidt, Manfred Thaller, Patrick Sahle, Jan Schmirmund, Cornelius Puschmann und Björn Brembs. Copyright: KWI / Foto: Georg Lukas</p></div>
<p>Womit wir auch bei der Delphi-Runde angekommen wären, denn auch dort spielte dieser Aspekt eine Rolle. Ziel der Runde war die Erkundung der Frage, wie sich wissenschaftliche Kommunikation und Wissenschaft insgesamt durch das Internet verändern. Ursprünglich hatten wir gehofft, besonderes Augenmerk auf die Nutzungsansätze unterschiedlicher Generation zu richten, was wir aber dann aber zugunsten eines stärker individuellen Ansatzes verworfen haben. Die Runde war zwar fachlich gut durchmischt, allerdings mit Blick auf die Faktoren Alter, Geschlecht und Internetaffinität eher homogen (nämlich vorwiegend 30-40 Jahre alt, männlich und &#8220;Internetfreundlich&#8221;).</p>
<p>Hier eine Auflistung der Teilnehmer:</p>
<ul>
<li><a href="http://brembs.net/">Björn Brembs</a>, FU Berlin </li>
<li><a href="http://www.humer.de/">Stephan Humer</a>, Universität der Künste Berlin </li>
<li><a href="http://twitter.com/snet_jklump">Jens Klump</a>, Geoforschungszentrum Potsdam </li>
<li><a href="http://www.felixlohmeier.de/">Felix Lohmeyer</a>, SUB Göttingen </li>
<li><a href="http://www.ifs.tu-darmstadt.de/index.php?id=2576">Sonja Palfner</a>, TU Berlin </li>
<li><a href="http://www.uni-koeln.de/~ahz26/">Patrick Sahle</a>, Universität Köln </li>
<li><a href="http://www.schmidtmitdete.de/">Jan Schmidt</a>, Hans Bredow Institut für Medienforschung, Hamburg </li>
<li><a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/home/profil-jschmirmund.html">Jan Schmirmund, ZMI Gießen</li>
<li><a href="http://www.hki.uni-koeln.de/node/51">Manfred Thaller</a>, Universität Köln </li>
</ul>
<p>Drei Aspekte sind mir nachträglich besonders im Gedächtnis geblieben, wobei es sich um eine sehr subjektive Auswahl handelt. Die Diskussion war sehr ergiebig und der aufgezeichnete Ton wird hoffentlich noch veröffentlicht, damit Interessierte das gesamte Gespräch nachvollziehen können.</p>
<p><strong>Redet die digitale Wissenschaftsclique mit sich selbst?</strong><br />
Ich bleibe gleich bei der Frage der Repräsentativität. Als Jan Schmidt zu Anfang der Diskussion über seine Computersozialisation mit dem heimischen C64 berichtete und Björn Brembs prompt verständnisvoll nickte, musste ich ebenfalls an entsprechende Erfahrungen denken. Das war mir zumindest zum Teil etwas suspekt, denn wie generalisierbar können unsere Perspektiven sein, wenn wir eine derart homogene Gruppe darstellen? Dabei meine ich nicht die Repräsentativität des Runde als Grundlage einer empirischen Untersuchung, sondern eventuelle wissenschaftspolitische Entwicklungen, die sich langfristig an einer kleinen und sehr spezifischen Gruppe orientieren, deren Verhalten als progressiv eingeordnet wird (und die sich auch laufend durch ihre digitale Präsenz selbst bescheinigt, wie progressiv sie ist). Das bedeutet natürlich nicht, dass die Richtung nicht stimmt, aber nachdenklich macht mich dieser virtuelle <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Echo_chamber_(media)">echo chamber</a></em> schon etwas.</p>
<div id="attachment_599" class="wp-caption aligncenter" style="width: 454px"><a href="http://blog.ynada.com/wp-content/uploads/2011/02/180502_496546372030_182237177030_6579463_6695534_n.jpg"><img src="http://blog.ynada.com/wp-content/uploads/2011/02/180502_496546372030_182237177030_6579463_6695534_n.jpg" alt="" title="Nachdenklich: Björn Brembs, Stephan Humer und Jens Klump. Copyright: KWI / Foto: Georg Lukas" width="444" height="314" class="size-full wp-image-599" /></a><p class="wp-caption-text">Nachdenklich: Björn Brembs, Stephan Humer und Jens Klump. Copyright: KWI / Foto: Georg Lukas</p></div>
<p><strong>Digital divide auch in der Wissenschaft</strong><br />
In diese Sinne stellte Patrick Sahle bereits zu Beginn der Runde fest: &#8220;der Graben wird größer&#8221;. Gemeint war speziell der Graben zwischen den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_humanities">Digital Humanities</a> und den &#8220;normalen&#8221; Geisteswissenschaften, der nach Patricks Eindruck eher breiter als schmaler wird. Björn Brembs monierte, dass sich viele Praktiken innerhalb der Wissenschaft nur im Schneckentempo durchsetzten, die außerhalb der Wissenschaft bereits üblich seien. Er bemängelte die große Diskrepanz zwischen dem, was üblich, und dem, was (technisch) möglich ist &#8212; eine Frustration, die wohl jeder schon erlebt hat, wenn es um die zuweilen arkanen Praktiken im Universitätsbetrieb geht.</p>
<div id="attachment_600" class="wp-caption aligncenter" style="width: 565px"><a href="http://blog.ynada.com/wp-content/uploads/2011/02/182712_496546937030_182237177030_6579474_4702701_n.jpg"><img src="http://blog.ynada.com/wp-content/uploads/2011/02/182712_496546937030_182237177030_6579474_4702701_n.jpg" alt="" title="&quot;Die Geisteswissenschaften müssen das Internet erobern&quot; (Manfred Thaller, daneben Sonja Palfner. Copyright: KWI / Foto: Georg Lukas)" width="555" height="370" class="size-full wp-image-600" /></a><p class="wp-caption-text"><i>Die Geisteswissenschaften müssen das Internet erobern</i> (Manfred Thaller, daneben Sonja Palfner). Copyright: KWI / Foto: Georg Lukas</p></div>
<p><strong>Von unsichtbarer Arbeit zu institutioneller Anerkennung</strong><br />
Einerseits wurden von den Teilnehmern die vielen indirekten Vorteile ihrer Nutzung digitaler Medien hervorgehoben (Informiertheit, bessere Vernetzung mit Kollegen, erhöhte Sichtbarkeit der eigenen Forschung), andererseits wurde für mich aber auch die Forderung nach einer stärkeren institutionellen Anerkennung deutlich. Wie Sonja Palfner bemerkte, nimmt der Anteil des &#8220;invisible work&#8221; ständig zu, also die Arbeit, die ein Wissenschaftler im Zusammenhang mit Forschungsanträgen, Gutachten, Evaluationen, usw. verrichtet. Addiert man dazu Social Media-Nutzung und andere informelle Kommunikationsaktivitäten, so bleibt immer weniger Raum für die wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die zugleich das zentrale Beurteilungskriterium darstellen, wenn es um die wissenschaftliche Karriere geht. Dennoch wird nachweislich immer mehr veröffentlicht und (vermutlich) immer weniger gelesen. Die Anerkennung verschiedener &#8220;unsichtbarer&#8221; Arbeiten, die Wissenschaftler übernehmen, könnte ein erster Schritt sein, die Flut an reinen Karrierepublikationen einzudämmen.</p>
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		<title>„Öffentlichkeit, Medien und Politik &#8211; Intellektuelle Debatten und Wissenschaft im Zeitalter digitaler Kommunikation“: Gedanken zu Tag 1</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 18:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cornelius</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An diesem Montag und Dienstag fand am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen die Tagung „Öffentlichkeit, Medien und Politik &#8211; Intellektuelle Debatten und Wissenschaft im Zeitalter digitaler Kommunikation“, organisiert von Claus Leggewi/Friedrich Jaeger (KWI) und Gudrun Gersmann/Mareike König (Deutsches Historisches Institut Paris) statt, bei der ich mitdiskutiert und (ein wenig) mitorganisiert habe. Nachdem ich gestern schon eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An diesem Montag und Dienstag fand am <a href="http://www.kwi-nrw.de/">Kulturwissenschaftlichen Institut</a> in Essen die Tagung <a href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=15578">„Öffentlichkeit, Medien und Politik &#8211; Intellektuelle Debatten und Wissenschaft im Zeitalter digitaler Kommunikation“</a>, organisiert von Claus Leggewi/Friedrich Jaeger (KWI) und Gudrun Gersmann/Mareike König (<a href="http://www.dhi-paris.fr/">Deutsches Historisches Institut Paris</a>) statt, bei der ich mitdiskutiert und (ein wenig) mitorganisiert habe. Nachdem ich gestern schon <a href="http://blog.ynada.com/483">eine knappe Liste von Blog-Einträgen und anderen Berichten zur Tagung</a> zusammengestellt habe, die ich noch erweitern werde, folgen in diesem Post nun einige Gedanken und Eindrücke zum ersten Tag der Veranstaltung und den dort geführten Diskussionen. Ich konzentriere mich dabei bewusst nicht auf den genauen Inhalt der einzelnen Vorträge, sondern greife lediglich ein paar für mich besonders interessante Punkte auf. </p>
<p>Nach einer kurzen Einführung durch Gudrun Gersmann und Claus Leggewie diskutierten am Montagnachmittag <a href="http://www.his-online.de/ueber-uns/mitarbeiter/aktuell/person/hacke-jens/details.html">Jens Hacke</a>, <a href="http://www.historisches-seminar-braunschweig.de/index.php?id=590">Ute Daniel</a>, <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,661748,00.html">Stefan Münker</a> und <a href="http://www.sandbothe.net/">Mike Sandbothe</a> unter dem Titel <em>J’accuse&#8221; per Twitter? Intellektuelle im digitalen Zeitalter</em>, gefolgt von einem Vortrag von <a href="https://internetundpolitik.wordpress.com/">Christoph Bieber</a> mit dem Titel <em>Metamorphosen des politischen Intellektuellen</em>. Leider konnte <a href="http://annalist.noblogs.org/">Anne Roth</a> krankheitsbedingt bei der Podiumsdiskussion nicht dabei sein.</p>
<p>Im <a href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=15578">Tagungsprogramm</a> wird die Verbindung von zwei im Prinzip eigenständigen Themen im Rahmen einer Veranstaltung näher erläutert:</p>
<blockquote><p>
Die Tagung widmet sich der Frage, wie sich gegenwärtig unter dem Einfluss digitaler Medien und des Web 2.0 die Struktur der Wissenschaftskommunikation und damit zugleich die öffentliche Bedeutung der Intellektuellen als Akteure dieser Kommunikation verändert. [..]<br />
Derartigen Fragen nähert sich die Tagung auf zwei Wegen: Während der erste Tag dem gegenwärtigen Wandel der soziokulturellen Rolle und politischen Bedeutung der Intellektuellen nachspürt, stehen in den Sektionen des zweiten Tages die entscheidenden Veränderungen der Wissenschaftskommunikation im Web 2.0 auf dem Prüfstand.
</p></blockquote>
<p>Beide Aspekte &#8212; die Rolle des Intellektuellen im digitalen Zeitalter und die Veränderung der Wissenschaft(skommunikation) durch das Internet &#8212; sind durchaus eng miteinander verknüpft, sofern die eigene Vorstellung von Intellektuellen und Intellektualität mit der persönlichen Vorstellung von Wissenschaft irgendwie zusammenhängt. Das war allerdings nicht bei allen Teilnehmern so: die Äußerung, man habe keine präzise Vorstellung davon, was einen Intellektuellen wirklich ausmache, ob es ihn noch gäbe, oder ob man ihn eigentlich brauche, wurde mehrmals im Verlauf der Tagung von verschiedenen Teilnehmern wiederholt.</p>
<p><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d4/Jaccuse_autographe.jpg" width="50%" heght="50%" alt="Frühes Briefmanuskript von Zolas "J'accuse!"" style="float:left; margin:15px;" /></p>
<p>Als historischer Ausgangs- und Bezugspunkt wurde in der Eröffnungssession und auch im weiteren Verlauf Émile François Zolas offener Brief <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/J%E2%80%99accuse">&#8220;J&#8217;accuse&#8221;</a>, Auslöser der <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Dreyfus-Aff%C3%A4re">Dreyfus-Affäre</a> und Geburtstunde des modernen Intellektuellen genannt. Zolas Enthüllung und Anklage vereinte die Eigenschaften, die dann ein Bild des modernen Intellektuellen als gesellschaftlich Handelnden prägten: geschickte Nutzung der Medien, elaborate Argumentation und eine klare politische oder soziale Zielsetzungen. Beispiele, die während der Tagung herangezogen wurden, verdeutlichten dann allerdings auch, dass noch andere Eigenschaften je nach persönlicher Vorstellung hinzuaddiert wurden: Gelehrsamkeit, Theorienähe und wechselnde Distanz zu vorherrschenden politischen Meinungen waren nach meinem Eindruck weitere Eigenschaften, die herangezogen wurden. Christoph Bieber differenzierte in seinem Abendvortrag das Bild des Intellektuellen noch weiter aus. Das war besonders insofern nützlich, als dass er unterschiedliche &#8220;Entwicklungsstufen&#8221; des Intellektuellen an dessen Medien- und Technologienutzung festmachte (hier <a href="https://internetundpolitik.wordpress.com/2011/01/11/in-eigener-sache-duisburg-essen/">mehr dazu in Christophs Blog</a>, die Slides folgen vielleicht noch). Auf den Intellektuellen als Schriftgelehrten folgte der Intellektuelle als Performer in den audiovisuellen Massenmedien und schließlich &#8212; darauf gehe ich ein anderes Mal vielleicht noch genauer ein &#8212; der Intellektuelle als Programmierer.</p>
<p>Die Einordnung anhand der Mediennutzung fand ich einleuchtend, weil sie mir neutraler erscheint als eine Bewertung durch den Grad der Sachlichkeit oder Gelehrsamkeit vermeintlicher Intellektueller. Die Teilnehmer, die den Begriff <i>intellektuell</i> insgesamt ablehnten oder zumindest problembehaftet fanden, taten dies nach meinem Eindruck auf der Grundlage des von ihm ausgestrahlten Elitismus &#8212; der Intellektuelle als Snob also, der fernab der Gesellschaft deren Niedergang bejammert und für sich eine besondere Deutungshoheit über Prozesse und Zusammenhänge reklamiert, deren Teil er selbst ja durchaus auch ist. Beschreibt man hingegen den Intellektuellen als geschickten Mediennutzer mit einer Agenda, die er erfolgreich argumentativ vor seinem Publikum vertritt, dann ist der Intellektuelle im Internetzeitalter wohl noch alive and kicking, nur hat er eben in Christoph Biebers Worten eine Metamorphose durchlaufen, die ihn vom Text als alleinigem Ausdrucksmittel wegführt, hin zur &#8220;Anarchie&#8221; des Internets (O-ton Jens Hacke).</p>
<p>Macht das Julien Assange zu einem Programmierer-Intellektuellen, wie Christoph Bieber sagt? Ich finde die Frage berechtigt, denn in meinen Augen argumentiert Assange für eine bestimmte Weltsicht und gegen eine andere. Das Argument ist nicht ein Text (wobei Assange ja auch ein paar von denen geschrieben hat), sondern eine Handlung (das Leaken von Informationen), aber eindeutig eine kommunikative Aktion, die strategische Ziele verfolgt. Ob diese Ziele nun versprachlicht (und so eben auch verwissenschaftlicht) werden, steht auf einem anderen Blatt, aber für mich lässt sich das mit dem Bild eines neuen, digitalen Intellektuellen sehr gut in Einklang bringen. Eine Bewertung findet dabei freilich nicht statt &#8212; im Verlauf der Tagung wurde mehrmals festgestellt, dass eben auch ein Thilo Sarrazin die Erfordernisse eines Intellektuellen erfüllt, wenn man ausschließlich die oben genannten Kriterien heranzieht.</p>
<p>Meine Darstellung ist hier vermutlich verkürzt, aber Ergebnis des Diskussionsstrangs zur Rolle des Intellektuellen im digitalen Zeitalters war für mich eine binäre Entscheidung. Entweder man geht davon aus, dass es &#8220;den Intellektuellen&#8221; nicht oder kaum noch gibt, weil er durch den Bedeutungsverlust der Massenmedien langsam aber sicher verschwindet, oder man nimmt an, dass er sich in einen digitalen Kommunikator verwandelt und an neue mediale Gegebenheiten anpasst. Etwas überspitzt ersetzen also Julien Assange und Larry Lessig Jürgen Habermas und Michel Foucault. Wenn einem diese Umwidmung des Begriffs zu weit geht, ist es vermutlich sinnvoller, ihn einfach zu begraben. Auf Grundlage akademischer Verehrung alleine, wie bei den genannten &#8220;Großintellektuellen&#8221; Habermas und Foucault (die nach meiner Erfahrung gerne seltsam erfurchtsvoll erwähnt werden, als würde man durch eine Namensnennung bereits etwas unwiderbringlich beweisen) lässt sich jedenfalls kein moderner Intellektuellenbegriff mehr aufbauen. Einerseits widerstrebt das unserem wachsenden Egalitätsanspruch, und andererseits steigt die Zahl derer, die diese Namen vermutlich erst einmal googeln müssen, schlicht zu schnell.</p>
<p>So viel meinerseits. Wer sich mit dem wandelnden Bild des Intellektuellen näher beschäftigen möchte, kann beispielsweise den dazugehörigen <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Intellectual">Wikipedia-Eintrag</a> genauer unter die Lupe nehmen.</p>
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		<title>Vorträge bei Öffentlichkeit, Medien und Politik</title>
		<link>http://blog.ynada.com/483</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 11:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cornelius</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anmerkung 1: ich update diesen Beitrag laufend und füge neue Posts hinzu. Anmerkung 2: ich habe hier ein paar Gedanken zum ersten Tag der Tagung gebloggt. Björn Brembs hat blitzschnell einige Beiträge zu den Vorträgen bei Öffentlichkeit, Medien und Politik, der Veranstaltung von KWI und DHI in Essen, bei der ich gerade bin, gebloggt. Podiumsdiskussion: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anmerkung 1: ich update diesen Beitrag laufend und füge neue Posts hinzu.</p>
<p>Anmerkung 2: ich habe <a href="http://blog.ynada.com/452">hier</a> ein paar Gedanken zum ersten Tag der Tagung gebloggt.</p>
<p><a href="http://brembs.net/">Björn Brembs</a> hat blitzschnell <a href="http://bjoern.brembs.net/">einige Beiträge</a> zu den Vorträgen bei <a href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=15578&#038;count=612&#038;recno=41&#038;sort=anfang&#038;order=up">Öffentlichkeit, Medien und Politik</a>, der Veranstaltung von <a href="http://www.kwi-nrw.de/home/index.html">KWI</a> und <a href="http://www.dhi-paris.fr/">DHI</a> in Essen, bei der ich gerade bin, gebloggt. </p>
<ol>
<li><a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n707.html">Podiumsdiskussion: &#8220;J’accuse&#8221; per Twitter? Intellektuelle im digitalen Zeitalter</a></li>
<li>Christoph Bieber: <a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n708.html">Metamorphosen des politischen Intellektuellen</a></li>
</li>
<li>Gerhard Lauer: <a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n709.html">Die Geburt des Autors aus den Daten. Urheberschaft im Petabyte-Zeitalter</a></li>
<li>Daniela Pscheida: <a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n710.html">Wissensmo(nu)mente – Fünf Thesen zum &#8216;Werk&#8217; im digitalen Zeitalter</a></li>
<li>Gregor Horstkemper: <a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n711.html">Orientierung, Recherche, Zugang: Klassische Bibliotheksaufgaben neu definiert</a></li>
<li>Jochen Johannsen: Rechnung 2.0 &#8211; Ökonomische Aspekte digitaler Wissenschaftskommunikation</li>
<li>Martin Warnke: <a href="http://bjoern.brembs.net/comment-n712.html">Top Hits und der Long Tail. Oder: Das Ende des Mittelmaßes</a></li>
</ol>
<p>Kurzer <a href="http://blog.arthistoricum.net/wackelpudding-und-hundeleine-intellektuelle-und-das-web-2-0/">Blogbeitrag</a> von <a href="http://www.leuphana.de/martin-warnke.html">Martin Warnke</a>.</p>
<p>Kudos, Björn &#8212; meine Zusammenfassung folgt noch nach der Tagung. Wer die Backchannel-Gespräche zur Veranstaltung live bei Twitter verfolgen möchte, kann <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23moep">unter dem Konferenzhashtag</a> tun.</p>
<p>Bericht <a href="http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&#038;broadcast=393299&#038;playtime=1297969800&#038;fileid=dfe781be&#038;/">bei DeutschlandRadio Wissen</a></p>
<p>Bericht im WDR3: &#8220;Meinungsbildung 2.0&#8243;<br />
Ein Beitrag von Andrej Klahn</p>
<p><object width="420" height="20"  class="wsaudio_small"<br />
        classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000"<br />
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<p>    </object></p>
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		<title>Blog-Empfehlung: Digiom (Jana Herwig)</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 14:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cornelius</dc:creator>
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		<category><![CDATA[janaherwig]]></category>

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		<description><![CDATA[Oben auf meiner Liste der Dinge, die ich längst einmal bloggen wollte, steht der Hinweis auf das sehr lesenswerte Blog von Jana Herwig alias Digiom. Wer sich für medienwissenschaftliche Themen mit einer Zugabe (österreichischer) Politik und (internationaler) Popkultur interessiert, der sollte mindestens einen Blick darauf werfen. Irgendwann im Verlauf der letzten zwei Jahre habe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oben auf meiner Liste der Dinge, die ich längst einmal bloggen wollte, steht der Hinweis auf das sehr lesenswerte <a href="https://digiom.wordpress.com/">Blog von Jana Herwig</a> alias <a href="http://twitter.com/digiom">Digiom</a>. Wer sich für medienwissenschaftliche Themen mit einer Zugabe (österreichischer) Politik und (internationaler) Popkultur interessiert, der sollte mindestens einen Blick darauf werfen.</p>
<p>Irgendwann im Verlauf der letzten zwei Jahre habe ich sowohl damit aufgehört, aktiv Blogs (regelmäßig) zu lesen, als auch damit, selbst &#8220;richtig&#8221; (im Sinne von diskursiv, geplant, als Teil eines Gesprächs, mit viel Aufmerksamkeit und Muße) zu bloggen (siehe <a href="http://corpblawg.ynada.com/">CorpBlawg</a> um einen Eindruck meiner aktiveren Phase zu bekommen). Ich habe aufgegeben, weil es schlicht zu viel Informationen gibt, zu viele interessante Themen und Gespräche, und ich mich ständig verlaufe in diesem Internet mit seinem Überangebot, das natürlich nicht wirklich &#8220;in toto&#8221; ein Überangebot ist, sondern uns nur indidviduell überfordert (oder ggf. auch nur <em>mich</em> &#8212; von Frank Schirrmacher einmal abgesehen). Andere vorgeschobene Gründe sind Zeitmangel (habe ich wirklich weniger Zeit als früher?) und Faulheit; der wichtigste ist allerdings die Erkenntnis, dass Bloggen im akademischen Vokabular immer noch nicht gleichbedeutend mit Publizieren ist. Unaufhaltsam hat sich mein Blick innerhalb der letzten Jahre verengt, auf bestimmte Themen einerseits und auf Veröffentlichungen die &#8220;etwas bringen&#8221; (also die Publikationsliste erweitern) andererseits. Warum das so ist (und die Frage, ob es Kollegen ähnlich ergeht &#8212; es fällt nämlich auf, wie viele Leute nach der Promotion irgendwann mit dem Bloggen aufhören) ist ein Thema für einen anderen Post. Vielleicht ist an allem der Umstand schuld, dass Wissenschaft eben nicht nur eine Berufung, sondern auch ein Beruf ist und man zunehmend Gefahr läuft, in erster Linie strategisch zu denken.</p>
<p>Aber nicht Alle sind glücklicherweise so leicht überfordert, siehe Jana, was vermutlich auch mit Ihrer Strategie des Lesens, Ordnens und Kommentierens zu tun hat. Diese sehr Blog-originäre Herangehensweise ist auch (und vielleicht gerade) in Zeiten von Twitter und anderen Häppchenformaten noch ein Gewinn für den Leser, vor allem dann, wenn man sich nicht auf das reine Wiedergeben irgendwelcher Meldungen beschränkt (siehe z.B. <a href="https://digiom.wordpress.com/2010/10/24/medien-wissenschaft-im-web-woche-422010/">diesen Beitrag</a>).</p>
<p>Mal sehen, vielleicht mache ich das ja demnächst auch mal wieder.</p>
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		<title>PhD 2.0: scholarly communication in the Google era (slides and video)</title>
		<link>http://blog.ynada.com/163</link>
		<comments>http://blog.ynada.com/163#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 14:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cornelius</dc:creator>
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		<description><![CDATA[It took me a bit longer to put these up, but here are the slides and video clip for my presentation in Osnabrück last week (in German). I was invited to speak at the ZePrOS (Center for Graduate Studies) at the University of Osnabrück on effective ways of communicating one&#8217;s research online. Alex Bergs gave [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>It took me a bit longer to put these up, but here are the slides and video clip for my presentation in Osnabrück last week (in German). I was invited to speak at the <a href="http://www.uni-osnabrueck.de/14673.html">ZePrOS</a> (Center for Graduate Studies) at the <a href="http://www.uni-osnabrueck.de/index.html">University of Osnabrück</a> on effective ways of communicating one&#8217;s research online. <a href="http://www.ifaa.uni-osnabrueck.de/mitarbeiter/abergs">Alex Bergs</a> gave a very flattering introduction after which I went on a long but practically-oriented rant on scholarly communication in the digital age. My audience was very patient and gave me some great questions to ponder. </p>
<p><embed src="http://www.wtv.uni-osnabrueck.de/wp-content/plugins/video/wpp.swf?guid=BvW7Fjxc" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="320" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed><div style="width:425px;text-align:left" id="__ss_2455522"><a style="font:14px Helvetica,Arial,Sans-serif;display:block;margin:12px 0 3px 0;text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/coffee001/promotion-20-2455522" title="Promotion 2.0">Promotion 2.0</a><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=promotion20osnabrueck2-091109041457-phpapp01&#038;stripped_title=promotion-20-2455522" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=promotion20osnabrueck2-091109041457-phpapp01&#038;stripped_title=promotion-20-2455522" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:2px;">View more <a style="text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/">documents</a> from <a style="text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/coffee001">Cornelius Puschmann</a>.</div>
</div>
<p>I was grateful for the opportunity to present on this subject for several reasons. Firstly, I believe that a topic such as <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Open_access_%28publishing%29">Open Access</a> is best approached holistically, i.e. by taking on the researcher&#8217;s perspective. It makes much more sense in my opinion to embed a discussion of Open Access into the larger picture of communicating research results openly on the Web, instead of treating it as an isolated issue that is primarily about making publishing cheaper.</p>
<p>Another reason is that graduate education tends to neglect what are perceived as &#8216;peripheral&#8217; issues, such as where/how to publish, the inner workings of the academic job market and why visibility (not just inside your own discipline) is important. We need to promote digital literacy among grad students, in the sense of teaching</p>
<ul>
<li>new methods, tools and infrastructure for doing research (e-science, e-social-science, e-humanities),</li>
<li>new ways of presenting and making accessible one&#8217;s research (Open Access, self-archiving),</li>
<li>new ways of communicating with colleagues and working collaboratively (tagging/bibliography-sharing, collaborative writing) and</li>
<li>new approaches to teaching and learning (using video lectures, creating digital learning materials).</li>
</ul>
<p>My impression is that the best way to achieve something like <i>digital scholarly literacy</i> is to take an integrative approach to these issues. E-science, virtual research environments, e-learning and social media tools for collaboration are hardly ever discussed in concert, but often treated as separate topics. While this may appear to be a more focused way of looking at things (especially if you&#8217;re a librarian, funding agency etc), all of these themes are connected in the daily lives of scholars. <a href="http://blog.openwetware.org/scienceintheopen/2009/11/05/reflections-on-science-20-from-a-distance-part-i/">Cameron Neylon&#8217;s points</a> on innovation in science blogging (&#8220;The natural unit of science research is the blog post&#8221;) go hand in hand in my view with <a href="http://www.slideshare.net/habibmi/scholarly-reputation-management-online-the-challenges-and-opportunities-of-social-media">Michael Habib&#8217;s observations</a> on digital scholarly identity and a discussion of e-learning and e-teaching could easily be attached to this.</p>
<p>All of these things are part of digital scholarship as an integrated process &#8211; as opposed to analog scholarship with a few digital bits here and there.</p>
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